Steuer? Erklärung!

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KURZANLEITUNG zur STEUERERKLÄRUNG

…für Einsteiger und Zwangsverdonnerte ;-)

Vorwort: Hier ist zusammengefasst, was eigentlich niemand freiwillig wissen will – und doch jeder braucht. Man möchte sein Geld schließlich nur begrenzt dem Staat schenken, oder?

Bei der ganzen Finanz-Bürokratie lasse man sich bitte nicht von sinnfreien Unterscheidungen verwirren (Lohnsteuererklärung vs. Einkommenssteuererklärung, oder Hauptformular vs. Hauptvordruck vs. Mantelbogen). Weiterhin muss man die offensichtlich doppelten Informationsabfragen und manchmal schwer durchschaubaren Informationsplatzierungen nicht verstehen. ==> Bitte einfach inspirieren lassen und die Fakten im Zweifelsfall devot akzeptieren. Das bringt klingende Münze ein :-)

Hinweis zur oft verwendeten Abkürzung “RZ”: Das bedeutet “Randziffer” und verweist auf den thematisch passenden Abschnitt im Büchlein “Der Kleine KONZ 2006/2007″. Das gibt es übrigens für 8,95 Euro in jedem Buchladen und neuerdings auch in den meisten Bibliotheken.

Für fachliche Rückfragen stehe ich gern unter zur Verfügung. I.d.R. antworte ich innerhalb von einer Woche.

Arbeitslosengeld, Elterngeld


Arbeitslosengeld und Elterngeld werden entweder in Anlage N, Zeile 27, oder ins Hauptformular, Zeile 40, eingetragen: Wenn es im Gesamtjahr auch zu versteuernden Arbeitslohn (Gehalt) gab, dann ist Anlage N zu verwenden. Ansonsten bitte den Eintrag ins Hauptformular setzen. RZ148. Im Arbeitslosengeld-Bescheid heißt die passende Stelle: “Leistungsbetrag / Betrag für Finanzamt”. Bitte Arbeitslosengeld-Bescheid im Original beilegen. Das gleich gilt auch für’s Elterngeld.

Hintergrundinformation: Hier langt der Fiskus übrigens kräftig zu, denn die angeblich steuerfreie Unterstützung wird nachversteuert. Das funktioniert durch das künstliche Anheben des Steuersatzes (offizieller Begriff: Progressionsvorbehalt). Dadurch fließt bei einem zeitweise arbeitslosen Durchschnittsverdiener etwa ein Viertel der Stütze mit der nächsten Steuererklärung wieder an den Staat zurück. RZ1015.

Hinweis zur Höhe des Elterngeldes: Das Elterngeld ist ein fester Prozentsatz der Netto-Grundeinkünfte der vorhergehenden 12 Monate. “Grundeinkünfte” bedeutet allerdings: ohne Urlaubs/Weihnachtsgeld, ohne Sonderzahlungen (Boni, Erfolgsbeteiligungen), ohne VWL-Zuschlag und: ohne Arbeitslosen- oder Elterngeld!

Die Kirchensteuer

…wird doppelt formularisiert:

1) Übertrag von Lohnsteuerkarte Zeile 6, in Anlage N Zeile 9.

2) Die Summe aus:

  • Zeile 6 der Lohnsteuerkarte,
  • der gezahlten / erstatteten Kirchensteuer-Differenz und
  • dem entrichteten Kirchgeld

wird in Zeile 79 des Hauptformulars eingetragen.
Alternativ werden reine Erstattungen (z.B. Endabrechnung nach Kirchenaustritt) ebenfalls in Zeile 79 des Hauptformulars eingetragen.

Wichtig für Position 2) ist, dass es sich nur um Geldflüsse handeln darf, die im vorherigen Kalenderjahr stattfanden, d.h. in dem Jahr, zu dem man gerade die Steuererklärung erstellt. Beispiel: Man hat 2005 Kirchensteuer gezahlt. Aus der Steuererklärung 2006 ergab sich eine Kirchensteuer-Nachforderung, die – z.B. wegen spät abgegebener Steuererklärung in 2006 – aber erst in 2007 per Überweisung ausgeglichen wurde. Damit darf bzw. muss dieser Betrag, obwohl in 2005 verursacht und in 2006 erkannt, in 2007 in der Steuererklärung betrachtet werden…

Der Werbungskosten-Pauschbetrag

Anlage N, Werbungskosten bei Ehepaaren: Die Pauschale für die Werbungskosten liegt derzeit (2007) bei 920,- pro Person. Können höhere Werbungskosten pro Person nachgewiesen werden, wird’s interessant, da Geld wert: Wenn viele Werbungskosten einem Ehepartner zugewiesen werden können, dann kann der andere durch die Pauschale quasi 920,- “oben drauf” legen. Bei gleichmäßiger Verteilung der Werbungskosten auf beide Personen würde die Pauschalenwirkung in diesem Fall verpuffen, d.h. die reale Steuerlast würde sich ungünstiger Weise um ca. 200,- gegenüber dem Idealfall erhöhen.

Beiträge zu Berufsverbänden

In Anlage N, Zeile 48, können Beiträge zur Gewerkschaft und zu berufsbezogenen Vereinen wie z.B. VDI eingetragen werden. RZ1093.

Arbeitsmittel

Hier können Abos für Fachbücher, Fachzeitschriften, eine zweite Tageszeitung (Bsp. Handelsblatt oder überregionale Zeitung) und fremdsprachliche Zeitschriften angesetzt werden. Wichtig ist, dass ein beruflicher Bezug (fachlich, sprachlich oder wirtschaftlich) denkbar ist. Beispiel Stellensuche. RZ1128.

Hierhin gehören auch alle beruflich nötigen, privat beschafften Arbeitsmittel (z.B. Werkzeug, Berufskleidung, Reinigung von Berufskleidung). RZ1119.

Die Summe wird in Anlage N, Zeile 49 “Aufwendungen für Arbeitsmittel”, eingetragen.

Fortbildungskosten

Als Fortbildung zählen Abschlüsse, die auf Lehre oder Studium aufbauen, z.B. Meisterschule, Aufbaustudium oder Promotion. RZ1174. Es gibt allerdings eine unschöne Voraussetzung für die Ansetzbarkeit: Während der Fortbildung darf im Vergleich zur angestrebten späteren Anstellung nur ein halbes Gehalt oder weniger vom Arbeitgeber gezahlt werden. RZ1192. Das lässt sich am Einfachsten durch einen entsprechend formulierten Arbeitsvertrag oder einen Arbeitslosengeld-Bescheid dokumentieren.

Man kann z.B. einen Computer, der für die Fortbildung und NICHT privat genutzt wird, abschreiben: Kaufpreis inkl. Zubehör über drei Jahre, davon 75%. Bsp. 1200,- Kaufpreis ==> 75%*1200/3 = 300,- pro Jahr. RZ382. Als Nachweis der nicht-privaten Verwendung des abzusetzenden Computers genügt eine schriftliche Erklärung, dass ein zweiter Computer vorhanden ist, der für private Internet/eMail etc. genutzt wird. Liegt der Kaufpreis unter 475,60 Euro, dann ist er ganz absetzbar, d.h. nicht über drei Jahre. RZ1101.

Weiterhin sind Semestergebühren, Studiengebühren, Prüfungsgebühren, Lehrgangskosten inkl. Reise- und Unterkunftskosten und Verpflegungspauschalen ansetzbar. Das gilt auch für Messen, Seminare und Kongresse. Wichtig ist wie gesagt das erkennbare Ziel, Wissen im Sinne des zukünftigen Erwerbslebens auszubauen.

Die Summe aller Einzelpositionen wird in Anlage N, Zeile 52, mit dem Vermerk “Fortbildungskosten lt. sep. Aufstellung” eingetragen. Nachweise beilegen!

Informiere Dich auch bei “Verlustvortrag“!

Ausbildungskosten

Als Auszubildender im “Ausbildungsdienstverhältnis” oder als Student im “Erststudium” hat man immer viele Ausgaben. Diese sind als Sonderausgaben in Zeile 78/79 des Hauptformulars ansetzbar. RZ371. RZ373. Hinweis: Leider gehen “Sonderausgaben” nicht in einem Verlustvortrag ein.

Einige Dinge sind aber durchaus als “Fortbildungskosten” ansetzbar, wodurch ein interessanter Beitrag für einen Verlustvortrag entstehenn kann. Bsp.: Besuch einer Berufsakademie: drei Monate Verpflegungspauschale vom Fiskus einfordern. Ebenso sollten Reisekosten für den Beusch der Berufsschule, Fachliteratur und Dienstreisen (Lehrgänge, Fachveranstaltungen) aufgeführt werden. RZ1183. RZ373.

Wohnst Du während der Ausbildung mal nicht bei Deinen Eltern (Lehrlingswohnheim, Bude am Ort der Ausbildung, Studentenwohnheim)? Dann prüfe, ob formal eine “Doppelte Haushaltsführung” (DHHF) besteht! RZ373.

Bewerbungskosten

Hier ist eine separate Aufstellung ratsam – auch wenn man gerade nur “den Markt sondiert”, d.h. nicht zwangsweise eine neue Anstellung benötigt. Weiterhin ist kein Bewerbungserfolg nötig, um die Kosten absetzen zu können.

Internet-Recherche, z.B. “80h á 1,9 Cent/Minute = 91,20 Euro”, wird ohne Nachweis anerkannt.

Telefonate, sofern diese im Euro-Bereich liegen, können ebenfalls angesetzt werden. Bsp: Telefoninterview auf einer Mobiltelefonnummer. Achtung! Nachweis (z.B. Kopie Einzelverbindungsnachweis) beilegen.

Passbilder und Verbrauchsmaterial (Druckerpapier, Toner, Bewerbungsmappen) ansetzen! Nachweise beilegen.

Die Summe wird dann in Anlage N, Zeile 56, mit dem Vermerk “Bewerbungskosten lt. sep. Aufstellung” eingetragen. RZ1249.

Kontoführungsgebühren

…werden pauschal, d.h. ohne Nachweis, in Höhe von 16,00 Euro anerkannt. Eintrag in Anlage N, Zeile 56. Bei Ehepaaren: Eintrag in beide Anlagen N á 16,00.

Fortbildungskosten

ACHTUNG! Umzugsrechnung unbedingt per EC-Karte oder Überweisung zahlen! Sonst hat der Fiskus wieder einen (nicht erklärbaren, aber gesetzlich verankerten) Punkt, diese Kosten nicht anzuerkennen…

Tip: Wenn im Veranlagungszeitraum (d.h. im vergangenen Jahr) kaum oder keine Steuern gezahlt wurden, dann eignen sich Umzugskosten gut, um einen “Verlustvortrag” zu bilden.

Eine separate Aufstellung für die einzelnen Posten kann zum Beispiel wie folgt aussehen (in Anlehnung an RZ1278):

Beförderungsauslagen, Spediteur: Fa. Ruck-Zuck-Umzüge
  40 Kartons                                    100,00
  Transport inkl. Versicherung                  800,00
  Arbeitsleistung (Beladen, Entladen)           600,00
  MwSt                                          285,00 ==> 1.785,00
Reisekosten zur Vorbereitung des Umzugs:
(27./28.01., 10./11.02.)
  Verpflegungsmehraufwand 2x 2 Tage á >14h       48,00
  Fahrtkosten: 2x 780km x0,30Euro               468,00
  Übernachtungskosten 27.01.                     45,00
  Übernachtungskosten 10.02.                     55,00 ==>   616,00
Reisekosten am Umzugstag (02./03.03.)
  Verpflegungsmehraufwand 2Pers. x 2Tage á >14h  48,00
  Fahrtkosten (priv. PKW): 390km x0,30Euro      117,00
  Übernachtungskosten 02.03.                     65,00 ==>   230,00
Mietentschädigung bisherige Whng (Mrz+Apr á 400,00)    ==>   800,00
Sonstige Umzugsauslagen nach §9 BUKG nach Abs. 1, 2 und 6
  Pauschale (verheiratet, 0 Kinder)           1.121,00
  Häufigkeitszuschlag                             0,00 ==> 1.121,00

Wenn der Umzug beruflich veranlasst ist, dann sind alle damit verbundenen Kosten absetzbar (wie im obigen Beispiel).
Wenn nicht, dann ist zumindest die menschliche Arbeitsleistung (Beladen, Entladen, Fahren) der Umzugsfirma als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar. Daher bitte generell darauf achten, dass auf der Rechnung des Spediteurs die Arbeitsleistung separat ausgewiesen ist! Und bitte niemals in bar oder per Scheck zahlen, da die Rechnung nur in Verbindung mit einem Kontoauszug anerkannt wird! (Diese verschärfte Nachweispflicht gilt interessanter Weise nicht für beruflich veranlasste Umzüge.)

Ein Umzug ist beruflich veranlasst, wenn einer der folgenden Gründe vorliegt (RZ1276):

  • neuer Arbeitsplatz (erste Arbeitsstelle, Arbeitgeberwechsel, regionale Versetzung)
  • deutliche Verkürzung des täglichen Anfahrtsweges zur Arbeitsstelle
  • Einzug in eine Dienstwohnung auf berufliche Veranlassung (ebenso: späterer Auszug)
  • Gründung einer Doppelten Haushaltsführung (DHHF), deren Mietkosten und Wochenendheimfahrten NICHT abgesetzt werden sollen. (Ebenso: Auflösung der DHHF). Siehe auch “DHHF“.

Achtung! Wurden der Einzug in eine Dienstwohnung oder die Gründung einer DHHF nicht steuerlich abgesetzt, dann wird’s mit dem Absetzen des Auszugs schwierig. Also immer – auch wenn es steuerlich zunächst vielleicht keinen großen Sinn macht – die Einzugskosten absetzen!

Die geeignete Wahl des Formulars:

Beruflich veranlasster Umzug: Anlage N, Zeile 56, mit dem Vermerk “Umzugskosten lt. sep. Aufstellung”.

Privater Umzug: Hauptformular, Zeile 110 “haushaltsnahe Dienstleistungen“. Als Beleg müssen sowohl die Rechnung als auch der Kontoauszug beigelegt werden. (RZ541)

Spielregeln für berufsbedingte Umzüge (RZ1274):

Reisekosten zur Vorbereitung des Umzugs: Max. zwei Reisen einer Person zur Wohnungssuche (alternativ eine Reise von zwei Personen).

Speditionskosten müssen vom Spediteur in Positionen wie “Fahrzeug/Fahrt”, “Kartonmaterial”, “Arbeitsaufwand” untergliedert sein. Beim Erhalt der Rechnung immer kontrollieren!

Die “sonstigen Umzugsauslagen” decken die vielen kleinen Dinge wie Post-Weiterleitung, Anzeigen, Ummeldegebühren (Telefon, Auto), Installationen (z.B. Herd, Rollos/Vorhänge), Trinkgelder (für private Helfer), Schönheitsreparaturen und vieles mehr ab. Wenn der vorherige Umzug weniger als 5 Jahre zurückliegt, dann wird ein Häufigkeitszuschlag in Höhe von 50% der Pauschale anerkannt. RZ1278.

Doppelte Haushaltsführung (DHHF)

Tip: Wenn im Veranlagungszeitraum (d.h. im vergangenen Jahr) kaum oder keine Steuern gezahlt wurden, dann eignen sich die Kosten einer DHHF gut, um einen “Verlustvortrag” zu bilden.

Gründe für doppelte Haushaltsführung (RZ1332):

  • neue, zeitlich befristete Arbeit
  • Studium, Ausbildung, Fortbildung (Promotion, Meister)

Voraussetzungen für DHHF (RZ1318):

  • enger Bezug zum Lebensmittelpunkt (Ehe, Lebensgemeinschaft oder eigener Hausstand, d.h. nicht im elterlichen Haus)

Unterkunft und Fahrtkosten absetzen (RZ1333)

(Die mögliche Alternative – kleiner “Umzug” (hin und her) – ist in den meisten Fällen nicht attraktiv.)

Erste Fahrt zum Arbeitsort und letzte Fahrt vom Arbeitsort:
gefahrene km * 0,30 Euro/km. Anlage N, Zeile 72.

Heimfahrten: Die Anzahl der Wochenend-Heimfahrten sollte logischer Weise max. 45 pro Jahr sein. Die Entfernungs-Kilometer werden angesetzt und mit 0,30 Euro/km multipliziert. Beispiel: 45 Wochenendheimfahrten x 390 Entfernungskilometer x 0,30 Euro = 5.265,-. Anlage N, Zeile 73.

Unterkunftskosten (Mietzins bzw. Kaltmiete, Nebenkosten und ggf. auch Wohnungssuche und Einrichtungskosten) sind gemäß Nachweis ansetzbar. Als Nachweis gelten hier wahlweise Dokumente (Mietvertrag, Energieabrechnung) oder Kopien von Kontoauszügen. Bsp.:

Wohnungssuche
  Annonce im Regionalblatt                          33,68
  1 Fahrt (2 Personen), 390 Entf.km                468,00
  Übernachtung                                      55,00
  Verpflegungsmehraufwand (2x ">14 h", 2 Pers.)     48,00
Einrichtung
  Schreibtisch                                     219,50
  Zwei Stühle                                       59,90
  Schreibtischstuhl                                 49,95
  Vorhänge, Vorhangstangen                         123,45
  Bett inkl. Matratze                              123,45
  Bettdecke, Kissen, Bettbezug, Laken              123,45
  Telefonanmeldung                                  49,90
Miete (ohne Elektro/Gas), Apr-Dez (245,-/Monat)  2.205,00
Elektroenergie und Gas, Apr-Dez                    961,49
GEZ Gebühr, Apr-Dez (5,52 Euro/Monat)               49,68

Die Summe wird als “Kosten der Unterkunft am Arbeitsort” in Anlage N, Zeile 77, eingetragen.

Verpflegungspauschale: In den ersten drei Monaten der DHHF können für den Aufenthalt am Arbeitsort Verpflegungspauschalen angesetzt werden. Bsp.: An-/Abreise So/Fr (2x 12,-) plus vier ganze Tage Mo/Di/Mi/Do (4x 24,-) ergibt 120,- pro Woche. Über drei Monate entstehen so ca. 3x 4x 120,- = 1.440,-. Anlage N, Zeilen 78-80.

Anlage KAP

Auf jeden Fall ausfüllen, wenn durch ein Geldinstitut der Zinsabschlag einbehalten wurde!

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Ganz wichtig: Immer per EC-Karte oder Überweisung zahlen (ggf. per Vorkasse), denn als Belege müssen sowohl die Rechnungen (im Original) als auch die zugehörigen Kontoauszüge (in Kopie) beigelegt werden.

Bedingungen: Es können nur Arbeitsleistungen (d.h. Lohnkosten) angesetzt werden, die im inländischen Haushalt des Steuerzahlers durch ein Dienstleistungsunternehmen (mindestens: Ich-AG) erbracht wurden. Die Arbeitsleistungen müssen eindeutig in einer Rechnung ausgewiesen sein (d.h. ggf. klar getrennt vom Verbrauchsmaterial).

Hauptformular, Zeile 110 “haushaltsnahe Dienstleistungen” (max. 3.000,-)
Bsp. (u.a. RZ539): Haushaltshilfe / Putzkraft (Mahlzeiten zubereiten, Wohnung reinigen, Fenster putzen, Wäsche waschen oder bügeln); Gartenpflege, Rasen mähen, Hecken schneiden; Schnee räumen; privater Umzug (d.h. nicht beruflich veranlasst); Kinderbetreuung; Pflege von Personen, die weder eine Pflegestufe haben noch Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen

Hauptformular, Zeile 111 “Pflege- und Betreuungsleistungen”
Werden in Zeile 111 Kosten angesetzt, dann sind für die Zeilen 110 und 111 zusammen max. 6.000,- absetzbar.
Bsp. (RZ543): Häusliche (ambulante) Pflege von Personen, die eine Pflegestufe haben oder Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen

Hauptformular, Zeile 112 “Handwerkerleistungen” (max. 3.000,-)
Es muss sich um regelmäßige Renovierungsarbeiten oder um einmalige Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten handeln. D.h., es darf sich nicht um die Erschließung von neuem oder zusätzlichem Wohnraum handeln.
Die Arbeitsleistung muss im Vordergrund stehen. (Verbrauchs-)Materialkosten sollten möglichst niedriger ausfallen als die Arbeitsleistung.
Bei Reparaturarbeiten ist ebenfalls darauf zu achten, dass diese in der Wohnung stattfinden!
Bsp. (u.a. RZ547): Malerarbeiten inkl. Tapezieren; Fenster / Türen / Heizkörper streichen; Erneuerung des Badezimmers durch Fliesenleger; Erneuerung von Bodenbelag (Verlegen von Teppich oder Parkett); Dachsanierung; Austausch von Fenstern; Arbeiten am Kamin; Gebühren für Kaminkehrer / Schornsteinfeger; Überprüfung von Anlagen (Abgaswegprüfung, Blitzschutzanlagen); Reparatur und Wartung von Heizungs-, Elektro- und Gasanlagen; – ebenso von Geräten (Waschmaschine, Geschirrspüler, Ofen, Herd, Fernseher, Computer).

Verlustvortrag

Diese aufgeschobene Steuerermäßigung funktioniert vor allem bei Studenten, Auszubildenden, längeren Fortbildungen / Weiterbildungen und längerer Arbeitslosigkeit:

Wenn man, trotzdem man keine Steuern gezahlt hat – und daher eigentlich auch keine erstattet bekommen kann – die Steuererklärung aufsetzt und einige Abschreibungen oder Werbungskosten zusammenbringt, dann entsteht rechnerisch ein negatives Brutto-Einkommen. So weit so klar.

Wenn man nun im Hauptformular, Zeile zweieinhalb “Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags” ankreuzt, hat man’s fast schon geschafft. Man muss nun nur noch im Hauptformular die Zeilen 54 und 55 ausfüllen. RZ1035. RZ155.

Der Verlustvortrag kann wahlweise ins vorhergehende Jahr übernommen werden (nachträgliche Steuererstattung) oder in den Folgejahren aus der Schublade geholt und in Stücken oder auch ganz eingesetzt werden. Hierfür muss das Hauptformular, Zeile 55, genutzt werden. Ein Einsatz in Stücken macht Sinn, wenn der Verlustvortrag höher ist als die Mindestabschreibung zur Erreichung der Steuerfreiheit. Wenn man Verlustvorträge aufsummieren möchte, muss in Zeile 55 jeweils eine “0″ stehen. Somit wird der Vortrag – noch – nicht angetastet. RZ155.


…und zum Schluss noch: Kawi’s Empfehlungen

  • Alle zwei Jahre das Büchlein “Der kleine KONZ” kaufen (oder in der Bibliothek die Version vom Vorjahr ausleihen). In die ca. 1.000 Seiten gesammeltes, einfach und gut erklärtes Steuerwissen kann man leicht über die o.g. RZ (Randziffern) einsteigen und wird auch schnell fündig.
  • Software “ELSTER” installieren. Das spart ab dem zweiten Jahr sehr viel Zeit und Ärger. Download Link
  • Von allen Original-Belegen eine Kopie oder einen Scan machen. Das kann bei späteren Rückfragen hilfreich sein. …oder, wenn irgendwo mal wieder etwas weggekommen ist.
  • Bei allen “separaten Aufstellungen” (Listen einzelner Positionen, z.B. Umzugskosten u.ä.) eine elektronische Liste (z.B. EXCEL oder Open Office Calc) anlegen und für die Erklärung ausdrucken. Diese lassen sich damit leicht verändern und vor allem im nächsten Jahr sehr gut wieder verwenden :-)